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October 22, 2024

It's spooky season again!

Wer hätte gedacht, dass das Ankommen in der »Heimat« schwieriger ist, als das Ankommen in der Fremde. Aber here we are und das einzige, mit dem ich mich trösten kann, ist, dass endlich wieder spooky season ist! Deswegen auch ein sehr verspäteter Newsletter und eine raue Menge an gruseligen (und weniger gruseligen) Filmempfehlungen weiter unten.

Shout-out für r/WitchesVsPatriarchy

Diesmal gibt es auch kein Essay zum Thema des Tages, denn ich bin einfach nur müde und möchte das nicht verschleiern. Langsam kommt mir vor, dass es nur zwei Zustände gibt, zwischen denen ich mäandere und mir fällt auf, dass es eigentlich überraschend vielen Menschen so geht! Entweder das völlige Überarbeitetsein, oder das existenziell fordernde Unterarbeitetsein. Oder ist es überhaupt die Arbeit? Es ist nämlich in diesem Kreislauf, dass die emotionale Carearbeit so anstrengend wird. Als hochsensible Person reicht dann der kleinste emotionale Stressor im Raum und ich bin für zwei Stunden ausgeknocked und möchte am liebsten nur Schlafen … Schlafen! Zumindest das funktioniert dann endlich. Vielleicht ist after all nicht nur spooky sondern auch sleepy season. Also ist das mein Plädoyer an alle, die grade struggeln: Es ist ok, wenn man manchmal einfach nur die Welt verschlafen will. Am 10. Oktober war übrigens auch World Mental Health Day und der Oktober generell Mental Health Awareness Month. In diesem Kontext möchte ich euch ganz dringend das sehr junge und österreichische Medium ZIMT ans Herz legen, dass den riesigen Mental-Health-Gap in der hiesigen Medienlandschaft endlich zu schließen versucht. So, nun aber zu den tausendundeins Recommendations, die ich in der Höhle Oktober gefunden habe!

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Akademische Subkultur?
In Zwischenräume #12 habe ich passend zum Uni-Start mit meiner Freundin Gabriella über ihre Erfahrung als »Alternative« im akademischen Raum gesprochen. Als PHD-Studentin gibt sie uns dabei Einblicke, was es heißt, visibly alternative zu sein und wie man das mit den oft trockenenen Standards der Universität vereinen kann. Oder sich dagegen auflehnen sollte? Natürlich ging das Gespräch wie immer weit über die ursprüngliche Frage hinaus.

Apropos: Aufgrund meines Verspätetseins in Allem diesen Monat, gibt es die nächste Folge #Zwischenräume gleich schon kommendes Wochenende! Also folgt dem Podcast auf dem Anbieter eures Vertrauens um keine neue Episode zu verpassen.

Horror für jung und alt

Oktober ist für mich die in einen Monat gegossene Ausrede, nur spooky Filme zu schauen und ich freue mich jedes Jahr darauf. Und nachdem Horror anscheinend sowieso in den letzten zehn Jahre, dass am stärksten in Popularität und Produktion wachsende Filmgrenre ist, gibt es in der folgenden alles von süßen Halloween-Vibes bis fleischigen Body-Horror (von heute und damals).

Stir of Echoes (Regie: David Koepp, 1999)
Uh, I really liked the vibe of this movie! Der Film, der vergessen wurde, weil er mit einer »ähnlichen« Thematik und im selben Jahr wie The Sixth Sense veröffentlich wurde, und dank der Popularität des Klassikers im Schatten desselben unterging. Fünfundzwanzig Jahre fragt man sich: Wieso? Vor Allem: Kevin Bacon. Hallo?!

Smile 2 (Regie: Parker Finn, 2024)
Auf diesen Film bin ich nur gestoßen, weil ich gelesen habe, er sei als Sequel besser als sein Vorgänger, was ohnehin schon eine Leistung ist. Also habe ich Teil 1 einmal getrost übersprungen und mich direkt in die Smile-Welt gestürzt. Und hallelujah: Das war wirklich creepy. Popstar à la Taylor Swift gets posessed by Killer-Dämon? We like it.

Beetlejuice (Regie: Tim Burton, 1988)
Ja, es gibt das Sequel von 2024 (und ich habe gehört, es soll auch akzeptabel sein), aber gerade deswegen ist es es wert, nochmal ins Original zu schauen. Dieser Film gab mir proper Halloween-Vibes, ohne schlaflose Nächte und zeigt uns Oldschool-nostalgische Tim Burton-Welten, wie wir sie aus der Kindheit kennen. Release your inner goth!

Split (Regie: M. Night Shyamalan, 2016)
Wir hatten, nachdem wir Trap geschaut haben, einen regelrechten Shyamalan-Run und ich muss sagen: Split war mein Favorit. Vor Allem aber wegen dem großartigen Zusammenspiel aus James McAvoy und Anya Taylor-Joy (bevor sie zur Chess-Queen wurde :3). Ein Film, bei dem es sich wirklich auszahlt, hineinzugehen, ohne sich davor etwas drüber durchzulesen.

The Substance (Regie: Coralie Fargeat, 2024)
Mit Filmen, die zwei Wochen nach Premiere, schon in den Kultstatus erhoben werden, gehe ich normal ja skeptisch um. Ich weiß zwar immer noch nicht um das Gerede vom “Besten-Film-Aller-Zeiten”, aber ich muss sagen: Eine so akurate Beschreibung von Body-Dismorphia und der absolut widerlichen Art, wie Frauen jeglichen Alters objektifiziert werden, habe ich noch nicht gesehen. Zumindest nicht gemorpht mit so einer verrückten Idee des Body-Horror und so viel on-point schwarzem Humor. Ich empfehle deshalb allen, die keinen allzu schwachen Magen haben, jetzt ins Kino zu gehen!

The Fly (Regie: David Cronenberg, 1986)
Tja, und weil ich The Subtance gesehen habe, muss ich jetzt unbedingt auch noch den Body-Horror-Classic erwähnen, der auch in Fargeats Film subtil referenced wird. Man muss nicht drauf stehen, aber wenn man drauf steht, dann richtig und dann führt kein Weg an der Fliege vorbei. Oder doch eher, an dem Menschenfliegending?

Ansonsten: Ein bisschen realer Pessimismus aus meiner Arbeit

Ende Oktober kommt Kurdwin Ayubs neuer Film Mond heraus, indem die Regisseurin erneut mit dem Kontrast zwischen »Orient« und »Okzident« spielt. Florentina Holzinger spielt dabei die Hauptrolle Sarah und Kurdwin ist ein bisschen pessimistisch:

Florentina Holzinger: Mond hat keinen Hollywood-Plot, wo die Hauptfigur genau weiß, wie sie die Mädchen retten soll. Sarah hat selbst einen Fluchtreflex. Die Konsequenzen ihrer Entscheidungen treiben sie in eine Situation, aus der sie weglaufen will. Sie versucht, ein Hero zu sein, obwohl sie Angst hat. Das ist das Dilemma!

Ist die vorletzte Szene, in der Sarah „S&M“ von Rihanna singt, auch so zu lesen?

Kurdwin Ayub: Mir war wichtig, dass Sarahs Freundinnen über Schönheitsoperationen sprechen, um zu zeigen, dass das auch in Österreich ein Thema ist. Als Sarah dann singt, wird die Situation zynisch und absurd. Dass es gerade ein Lied über Sado-Maso ist, macht die Szene ironisch. Sie zeigt, wie ich den Film sehe: Alles ist kaputt, die Welt geht unter, und trotzdem feiern wir. Das tun wir, weil wir hilflos sind. Ups, das klang pessimistisch!

Das ganze Interview erscheint in Kürze bei ray.

Aus dem Youtube-Rabbithole
Nachdem mir ein Freund kürzlich erzählte, wie sehr er diese Kategorie mag, kommen mir die vielen abendlichen Stunden auf einmal nicht mehr so vergeudet vor. Danke dafür! Und viel Spaß mit der monatlichen Auslese:

Your neutrals wardrobe is making the rest of us depressed: https://youtu.be/n9MmHEgV-UA?si=2YVmVbjTZfIVsV0T
Why „The Female Gaze“ kinda sucks… https://youtu.be/ZgTpVAZLXPs?si=eNW2ogUfjlDwesOe
TEMU and commodity fetishism https://youtu.be/RBhzkmXYqdk?si=tw0swdvUMZNcvfh2
Nikado Avocado shows that „thin privilege“ is all too real https://youtu.be/GiRsjIQ1igE?si=ImkQ1J53yUviZz4r
The Day Rue „Became“ Black https://youtu.be/Ie9NOhSG6rI?si=5_JYok-QceOAkTqb
Aphobia among Queers https://youtu.be/I1RwWMOtbiQ?si=vknXyh1Pr3fHYAtK 

Why don’t men ask questions on a date? https://youtu.be/3tdgDLrJ5oQ?si=Zwy-UIJTt29hO7Ds
Gen Z Doesn’t Know How To Socialize IRL Anymore ...
https://youtu.be/A58L96hpcMg?si=KzA_97og61mEngbO

Bevor wir auseinander gehen …
… vergesst nicht: Die einzigen Tage, die wichtig sind, sind die, die wir noch nicht kennen! 🎶

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