Happy New Cheer – Here's to a Year Full of Gear and Ideas!
Neues Jahr, gleiches Gefühl: eine Mischung aus unterschwelliger Panik und „Vielleicht wird ja alles besser?“ – naja, wir wissen es besser. Während ich das hier schreibe, bin ich gerade mitten in einer Friedhofs-Tour durch Wien mit meinen irischen Freund:innen. Passender könnte der Start ins Jahr kaum sein: Umgeben von Geschichten, die enden, und gleichzeitig irgendwie voller Leben. Stichwort: Death Positivity. Die Idee, dass der Tod nicht nur das große „Ende“ ist, sondern auch ein Teil des Lebens, den wir nicht einfach verdrängen sollten.
Zwischen „Was mache ich eigentlich mit meinem Leben?“-Gedankenspiralen und dem Beobachten, wie die Welt kollektiv den Abgrund runterrutscht, denke ich mir: Warum nicht einfach alles ein bisschen intensiver wahrnehmen? Mehr lachen, mehr lieben, und vielleicht auch mal bewusst nichts tun. Oder, um Camus zu zitieren (und damit endgültig pathetisch zu werden): „Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen.“
Ich war schon da – in diesem tiefen Loch aus existenzieller Angst, wo alles dunkel ist und du denkst, dass nichts mehr Sinn macht. Und irgendwie hat mich das zu einem Punkt gebracht, an dem ich verstanden habe: If nothing matters, then you get to decide what does. Für mich sind das Freund:innen, ehrliche Gespräche und die kleinen Dinge, die mitten im Chaos ein bisschen Licht bringen.
Das heißt natürlich nicht, dass uns jetzt alles egal werden sollte. Wir machen ja eh schon, was wir können – sei es, Müll zu trennen (lol), für andere einzustehen oder einfach, indem wir nicht scheiße sind. Vielleicht reicht das auch schon, um sich selbst ein bisschen mehr zu erlauben, das Leben zu genießen.
Und um jetzt nicht wie irgendein Don’t worry, be happy-Influencer zu klingen: Natürlich ist nicht alles immer einfach, und manche Tage sind schlicht zermürbend. Aber es macht einfach viel mehr Spaß, über Hardcore-Festivals in Pennsylvania zu quatschen, zu mittelmäßigen 90er-Black-Metal-Konzerten mit den besten Leuten zu gehen oder Lost zum hundertsten Mal zu rewatchen, als ständig über die Apokalypse nachzudenken.
(PS: Wer mehr über Death Positivity wissen will, einfach googeln. Oder, noch besser: Mit Goth-Freund:innen auf einen Friedhof gehen – highly recommended.)
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Nüchtern in 2025?
Ach ja, und bevor ich’s vergesse: Katharina (meine Freundin, Event-Managerin und Expertin für alles Goth & Nightlife) und ich haben uns vor kurzem zusammengesetzt, um eine neue Folge meines Podcasts Zwischenräume aufzunehmen. Thema? Alkohol. Klingt harmlos, aber wir reden nicht über fancy Cocktails oder Weinproben, sondern über die richtig schweren Fragen: Wie normalisiert ist Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft? Warum wird man immer noch schräg angeschaut, wenn man „Nein, danke“ sagt? Und wie beeinflusst das unsere Psyche – gerade, wenn man selbst schon mal ein bisschen zu tief ins Glas geschaut hat, um mit dem Leben klarzukommen? Es war eine sehr ehrliche, manchmal schmerzhafte, aber auch befreiende Diskussion. Und hey, wenn man die eigene Healing-Journey nicht mit den besten Freund:innen analysieren kann, wann dann?
A few Filmhilights to look forward to in January, oder schon zum dritten Mal gesehen?
The Outrun (Nora Fingscheidt)
Eine Frau, die nach Jahren voller Chaos auf die Orkney-Inseln zurückkehrt, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen – und dabei feststellt, dass Heilung genauso schroff sein kann wie die Landschaft. Es geht um Alkoholismus, Einsamkeit und die Frage, ob man seine Dämonen einfach mit in den Koffer packen muss. Spoiler: Wahrscheinlich schon, aber wenigstens beim Eisbaden.
Nosferatu (Robert Eggers)
Okay, meine irischen Freund:innen haben diesen Film dreimal in einer Woche geschaut, also… what’s going on? Eggers bringt Nosferatu zurück und es ist alles, was man sich von einem Gothic-Fiebertraum wünscht: düster, unheimlich und so atmosphärisch, dass du nach dem Kinobesuch kurz überlegst, ob du ihn dir gleich nochmal anschauen willst?
Queer (Luca Guadagnino)
Hab ich selbst noch nicht gesehen, aber allein die gespaltenen Meinungen dazu machen mich neugierig. Guadagnino adaptiert Burroughs’ Queer und liefert anscheinend eine Mischung aus wunderschön und messy. Klingt genau nach dem, was man sich an einem verkaterten Sonntagnachmittag geben will.
Babygirl (Halina Reijn)
Die Synopsis? Spannend. Age-Gap-Dynamiken, toxische Beziehungen und all das Drama. Aber ehrlich, warum zur Hölle muss es wieder so ein „Mann unterdrückt Frau“-Ding sein? Come on, können wir bitte ein bisschen kreativer werden? Trotzdem: Kinky movie, I am all here for it. Also let’s give it a try!
Schönste Aussage in einem Interview in 2025 (bis jetzt) mit Künstler Hermann Staudinger
“Es gibt ein schönes Zitat von Rabbi Nachman, einem chassidischen Lehrer. Er sagte: „So wie man die Hand vom Auge wegziehen kann, so ist es mit dem kleinen Leben, das wir haben. Wenn wir fähig sind, dieses kleine Leben vor unseren Augen wegzuziehen, sehen wir das große Leuchten des Weltinneren.“ Dem folge ich irgendwie. Jede Art von Leuchten ist faszinierend – sei es das Lachen eines Menschen, die Sonne nach einer langen Nebelzeit oder ein freudig hüpfender Hund.”
(das ganze Interview gibt es vermutlich bald auf skug zu lesen)
Aus dem Youtube-Rabbithole:
Ultimate Guide to Subdrop and Topdrop (BDSM): https://www.youtube.com/watch?v=vBORa76hMfI
Social Media and Gen Z Mental health: https://youtu.be/DmtCSs0KWGE?si=oQYVbrfbq06NBuUd
What brought me back to Goth: https://youtu.be/mGxgbgIya1w?si=o_edAoP1xrUc7Emg
The discourse around Ariana Grande’s appearance is dangerous: https://www.youtube.com/watch?v=swuJaOX-Mr8
Healed my shame! Became an orb: https://youtu.be/rygQ2s9MwUc?si=Oz4Zep-2mKmZyi7i
How to make money when you’re neurodivergent: https://youtu.be/Wyqh2FzvsAQ?si=_KTpkYxy6c_ON8Zg
How I transformed my fitness after two babies: https://youtu.be/D4Os7JuvRLs?si=2203y3GLy5hbIzMV
Zum Abschluss (und gegen den Winterblues):
Meine beste Comedy-Neuentdeckung des Jahres. Falls alles andere nichts mehr hilft: