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October 30, 2026

Thank you for reading (XXL-Ausgabe) [Undisruptable Technology #323]

#323, 30. Oktober 2026

Guten Morgen,

kaum lässt man mal eine Woche in den Herbstferien diesen kleinen Newsletter ausfallen, geht das Internet (fast) kaputt. Aber immerhin wissen jetzt sehr viel mehr Menschen als noch vor 14 Tagen, was PHP ist. Und dass diese etwas, ähem, ältere Programmiersprache ein paar Fehlerchen mit sich rumträgt. Welche das genau waren, hat “The Verge” hier ganz gut aufgeschrieben. Oder hier bei “AI Weekly”. Und es gibt auch Leute, die meinen, die Bedrohung wäre vielleicht doch etwas übertrieben dargestellt gewesen.

Und so oder so, ist jetzt alles gut? Ehrlich gesagt: Eher nicht (und da muss man nicht nur auf solche Meldungen schauen “Code-execution flaw in UEFI firmware affects most servers on planet Earth”). Denn die KI wird noch viel, viel mehr Fehler finden, die bislang nicht entdeckt worden sind (oder vielleicht ja doch, von Einzelnen, wer weiß das schon?). Wie man das bewertet hängt wohl vom eigenen Standpunkt ab. Entweder optimistisch, weil am Ende das Internet so ja doch irgendwie sicherer wird, oder eher apokalyptisch wie “Exponential View”, das The internet's Wuhan moment sieht und schon ein bisschen martialisch schreibt, “The internet was built so that anyone could plug in. Increasingly, that "anyone" is a machine, and some of those machines are hunting.”

Diese “jagenden Maschinen” brauchen aber auch eine Basis: Rechenzentren. Viele Menschen mögen die nicht unbedingt in ihrer Nachbarschaft (so von wegen Strom- und Wasserverbrauch oder auch einfach weil da ja die KI drin wohnt), viele Unternehmen sehen das aber auch als Geldquelle. Aber dass mit Playmobil das(!) Unternehmen meiner Kindheit jetzt im Stammwerk gar keine Plastikfiguren mehr herstellt, sondern Servern Platz macht, das stimmt mich jetzt schon ein bisschen… nostalgisch.

Und apropos Nostalgie. Kann sich noch jemand an den Film “Thank You for Smoking” erinnern? Ein wie ich finde wirklich unterhaltsamer Film über Pressesprecher/innen in so sympathischen Branchen wie Waffen, Tabak und Alkohol. Er wurde mir beim Start im Bitkom von den damaligen Pressekollegen wärmstens empfohlen, zu Recht, wie ich finde. Da musste ich natürlich dran denken, als ich diese Woche gelesen habe: “It's now official, tech is the new tobacco” Hintergrund sind dort geschilderte Versuche von Meta, Wissenschaft zu (be?)nutzen, um Gefahren von Social Media für Kinder runterzuspielen und Kritiker zu diskreditieren. Das ist zugegeben alles andere als lustig, aber ein Remake des Films mit einer Tech-Spokesperson am Tisch wäre das bestimmt.

Damit aber jetzt erstmal zu den heutigen digitalen Disruptionen und analogen Absonderlichkeiten. Wo normalerweise 10+ spannende Links folgen, habe ich mich heute für ein XXL-Paket von 19+ entschieden - meine Leseliste war ferienbedingt einfach zu lang und die Sachen viel zu gut, um sie wegzulassen. Ich hoffe auch auf extragroßen Erkenntnisgewinn. Beschwerden über den zu langen Newsletter nehme ich natürlich auch unter der gewohnten Mailadresse entgegen.

Bis nächste Woche,

Andreas Streim

Ten (plus nine) news that fit to send

  1. Chinese AI Writes Weaker Code for Beijing's Adversaries. We Fixed It. A Qwen3-Coder Case Study: Also ich programmiere ja viel mit KI und nutze auch sonst durchaus häufig KI - und greife an den Stellen, wo man für Tokennutzung bezahlt, gerne auf Deepseek zurück, so mit Blick auf Kosten und Qualität. Mein Argument war auch immer, dass die frei verfügbaren Modelle ja zum Beispiel in den USA gehostet werden und gar nix mehr mit China zu tun hätten. Nun ja, vielleicht war das ein bisschen zu optimistisch. "Chinese AI models now sit inside Western products, and some carry geopolitical triggers: tell the model who the code is for, and the security of what it writes changes.” Hier wird gezeigt, dass Alibabas Qwen3-Coder schwächeren Code schreibt, wenn es für einen US-Verteidigungskonzern oder eine Hongkonger Demokratiebewegung programmieren soll und dass die Schwäche in den Modellgewichten sitzt. Aber wo man sitzt spielt auch bei anderer KI eine Rolle, zum Beispiel von der von Google. Denn wenn man in den USA ist, bekommt man manchmal andere Antworten, etwa dazu, wer eine US-Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Aber vielleicht ist das auch ein Trainingsproblem und Google hat seine KI zu wenig gute Bücher lesen und zu viele schlechte gute Videospiele spielen lassen.

  2. Accenture Caps Monthly Claude Funding at $29 Per Employee: Eines meiner Lieblingsthemen ist ja die Preisgestaltung bei KI. Mir fehlt irgendwie die Fantasie mir vorzustellen, wer die Fantastilliarden Investitionen in KI-Infrastruktur irgendwann zurückzahlen soll. Vor allem, weil die Unternehmen zunehmend auf die KI-Ausgaben schauen. Bei Accenture gibt es einen Deckel von 29 US-Dollar. Pro Monat, nicht pro Stunde. Wer mehr verbraucht, muss das Budget selbst auftreiben. Auch in großen deutschen Konzernen, habe ich gehört, gibt es seit Neuestem Tokenlimits. Könnte sein, dass solche Nachrichten dazu beitragen, dass die großen KI-Konkurrenten an der Preisschraube drehen, um beim Wachstum nicht zurückzufallen, oder anders gesagt: OpenAI and Anthropic cut their LLM prices by up to 80% within a few months. Why?. Ich habe beim Update einiger KI-Anwendungen, die ich für meinen Arbeitgeber Bitkom erstellt habe, gestern auch festgestellt, dass OpenAIs GPT-6.1 billiger sein kann als GPT-4o/4.1. Andere schreiben schon vom Preiskrieg (The AI Price War Has Begun — And OpenAI and Anthropic Can't Afford It).

  3. Während alle über OpenAI, Anthropic und Nvidia reden, verdient ein alter Bekannter im Hintergrund kräftig mit: Übrigens fand ich in dem Zusammenhang ganz spannend, wer so alles am KI-Boom mitverdient. Unter anderem Nokia. Der einstige Handy-Riese baut die Glasfaser-Infrastruktur für KI-Rechenzentren – der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden stieg im dritten Quartal um 123 Prozent, der Betriebsgewinn übertraf die Erwartungen um ein Drittel. Der Text hat ein nettes Goldrausch-Bild: “Bildlich ausgedrückt: Während Nvidia die Goldgräber mit Schaufeln (KI-Chips) ausstattet, baut Nokia die Straßen zu den Minen. Der Umsatz mit Kunden aus den Bereichen KI und Cloud legte um 123 Prozent zu.”

  4. Marissa Mayer Ran Yahoo. She's Back With A.I. She Thinks Women Will Love.: Marissa Mayer bringt mit Dazzle einen KI-Assistenten heraus, der vor allem Frauen als Zielgruppe hat. Dazzle analysiert die Bilder im Fotoarchiv. Durch die visuelle Auswertung baut die KI dann ein persönliches Profil („Dossier“) über die Vorlieben, den Ästhetikgeschmack, Abneigungen und den Alltag der Person auf. Die NYT beschreibt, wie Mayer ihr eigenes Produkt verwendet - und ich habe so die Vermutung, dass nicht alle Menschen von der Notwendigkeit überzeugt sein werden. “Her daughter Marielle was turning 10, and Marielle’s teacher wanted three bullet points summarizing what made her special. Mayer — the former chief executive of Yahoo and a pioneer at Google, where she was the first female engineer — likes cracking a hard problem. But she felt overwhelmed by the range and complexity of potential answers. So Mayer asked her personal A.I. assistant, Dazzle. Within a few seconds, Dazzle delivered an answer. “It came back and was like, your daughter is empathetic, creative and an animal lover,” Mayer said. She thought it was perfect.”

  5. Amazon Launches Ominous Wearable Ankle Monitor-Style Gadget That Records You Constantly: Die Analyse der Fotosammlung erscheint da geradezu wenig invasiv, wenn man sich Amazons neues Wearable anschaut. Bee ist ein immer eingeschaltetes Mikrofon am Handgelenk, inklusive Abo für unbegrenzte Gesprächszusammenfassungen. Und dann? "Whether it's remembering the details of important meetings, taking note of the coffee plans you made in passing, or simply ensuring you purchase the dish soap you said you'd buy, Bee Frontier will remember the details for you.”

  6. AI Agent Blamed for Deleting Entire Upcoming Season of TV Show: Aber ich muss zugeben, manche Vorteile hätte sowas bestimmt. Und ich nutze ja auch eine selbstgebaute KI-Assistenz, die einigen Zugriff auf meine persönlichen Daten hat. Aber KI-Agenten haben auch, nun ja, ein paar gefährliche Seiten. So soll ein KI-Agent auf den Servern der Produktionsfirma Mastiff die komplette, fast fertige Staffel der Reality-Show “The Challenge Sverige” gelöscht haben. Die Staffel muss von Grund auf neu geschnitten werden. Kann man als KI-Fail sehen. Oder: “In this case, the big problem is that their backup didn't work and that means they have to recut everything from scratch. The raw material exists, so there is no problem, but of course it means that we lose time."

  7. Meta shuts down "No Kings" account during major anti-Trump protest: Das Thema hat hierzulande wenig Wellen geschlagen. Aber mitten in den "No Kings"-Großprotesten (also die gegen Trump, keinen echten König) am 17. Oktober wurde der Instagram-Account der Bewegung für rund 90 Minuten abgeschaltet. Meta sprach von einem automatischen Fehler, die Bewegung bezweifelt das. Und es gibt schon einige Hinweise, dass es vielleicht nicht ganz so war, wie zuerst erklärt. Aber so oder so zeigt das, dass man sich immer fragen muss, auf wessen Infrastruktur etwas läuft. Mancher kommt zum Ergebnis: Accident Or Not, The No Kings Takedown Is Why You Shouldn't Rent Your Megaphone From Zuck.

  8. Barcelona unrest: how to fabricate a protest in the age of TikTok: Am 24. Oktober haben rund 20 TikTok-Konten der anonymen Plattform Blocus zu Protesten in Barcelona aufgerufen. Am Ende ging es mehr um Plünderung als um politischen Protest. Doch warum? Und wie macht man sowas? “The main outcome of a fake, fabricated protest is not the disorder itself, but the narratives that follow. Images of looting can be presented as evidence of immigration-driven insecurity, government failure or Europe slipping into chaos. As they circulate online, protests become associated with violence, while legitimate demands around housing and education disappear from the headlines.”

  9. Jungle Research Expedition Using Robot Dog Like a Pack Mule: Kommen wir mal zu echten digitalen Disruptionen: Ein Biodiversitäts-Team in den Ailaoshan-Bergen Chinas nahm einen Roboterhund der Firma DEEP Robotics als Lasttier mit. Der Robo-Hund schleppte Feldausrüstung, filmte eine seltene parasitäre Pflanze und Waldgibbons. Der Artikel lästert natürlich ein bisschen: “Though it can carry a load of about 220 pounds, the battery life on the Lynx M20S lasts just 2.5 to 3.5 hours, likely putting a decent burden on any researchers who have to lug replacement batteries up the Ailaoshan Mountain range or figure out a way to charge them.” Für Normalsterbliche stellt sich da eine andere Frage: Wer geht denn jetzt mit Robo-Dog raus? Ein San-Francisco-Startup hat da eine Lösung: Wanted: Robot-Dog Walkers. $20/Hour. Wäre dann die digitale Disruption vielleicht nicht eine ganz andere, nämlich genetisch veränderte echte Hunde. Colossal-Gründer Ben Lamm und Palmer Luckey holen Warhound aus der Stealth-Phase: 200 Millionen Dollar von Sequoia, 8VC und In-Q-Tel bei 1,2 Milliarden Dollar Bewertung – genetisch editierte Diensthunde, die es noch nicht gibt, sollen in etwa zwei Jahren im Einsatz sein, Anduril stattet sie mit Schutzwesten und Datenbrillen aus. "The idea is, if we make the dog safer, make it healthier, make it perform better, it's going to perform better in the line of duty.”

  10. OpenAI is building a humanoid robot, but the body isn't the real challenge: Wobei Roboterhunde ja doch irgendwie was für Anfänger sind. OpenAI macht da keine Gefangenen und setzt auf Humanoide, wie Sam Altman in einem Podcast bestätigt. Die menschliche Form sei logisch, weil die Welt auf Menschen ausgelegt ist, das eigentliche Problem aber das “Gehirn” sei. Wer jetzt schon eine Vorbestellung loswerden will, erstmal noch mit dem Hund eine Runde Gassi gehen. Altman sagt auch: "I think we'll have a cool demo in 2027 ... I don't think there will be robots walking the streets for a few years longer."

  11. Unitree unveils humanoid robot designed to act as real-life guardian: Wofür man solche Roboter braucht? Puh. Vielleicht als Leibwache? Im "Kung Fu Legend: Guardian"-Video entwaffnet Unitrees H2-X einen Messerangreifer, bricht eine Autotür auf und zieht eine Person von der Fahrbahn. Ob das autonom oder choreografiert war, lässt der Hersteller offen. “A central technical question is whether the H2-X can recognize threats and respond independently.”

  12. The $15 billion ad-powered AI startup your doctor may already be using: Vielleicht erleben wir diese Roboter-Welt ja auch deshalb, weil uns KI immer gesünder macht. Fast zwei Drittel der US-Mediziner nutzen inzwischen die (werbefinanzierte) KI-Suchmaschine OpenEvidence für Diagnosen und Therapieentscheidungen. Das Startup aus Miami ist binnen 18 Monaten auf 15 Milliarden Dollar Bewertung geschossen. "The end game is literature-based drug discovery," Nadler said. "The economic value of that as a company is going to dwarf by orders of magnitude whatever we could have charged hospitals or advertisers."

  13. New AI tool can predict cancer survival by a single patient selfie, study suggests: Und wo wir gerade bei Gesundheit sind. Ein KI-System schätzt jetzt aus einem einzigen Gesichtsfoto das biologische Alter und die Überlebenschancen von Krebspatienten. Wobei ich mich frage, ob man diese Überlebenschance wissen will, wenn die KI sie nicht gleichzeitig auch erhöht. Oder ob das eher was für die Controller bei Krankenversicherungen ist und den Menschen eher… weniger hilft.

  14. Woman Dies After ChatGPT Coached Her to Decrease Dose of Medication Prescribed by Doctor: Und bei aller KI-Euphorie in der Gesundheitswelt gibt es auf jeden Fall auch echte Schattenseiten. Eine Familie verklagt jetzt OpenAI, weil eine 31-Jährige an einem epileptischen Anfall gestorben ist, nachdem ChatGPT ihr über Wochen riet, die Dosis ihrer Epilepsie-Medikamente zu senken. In dem Text wird beschrieben, dass die Tote mindestens 158 Mal Bedenken geäußert hat, die der Chatbot beiseitewischte. "Maintain 0 mg tomorrow," ChatGPT wrote back. "Even if today feels tough, and your speech is slow, your sleep is poor, you must persevere.”

  15. Online harassment is entering its AI era: Es ist ja nicht so, dass es online zu wenig Hassrede und so gäbe. Aber die KI kann hier natürlich auch noch mehr. Ein OpenClaw-Agent hat Code für ein Open-Source-Programm geschrieben und eingereicht. Der Mensch, der das Programm betreut, fand es aber nicht gut und hat es abgelehnt. Die KI hat daraufhin selbstständig dessen Online-Vita recherchiert und hat einen Diffamierungs-Post veröffentlicht. Spannende Frage: Wer haftet, wenn Agenten ohne Aufsicht zuschlagen?

  16. A benchmark map of the US economy: Wir hören ja oft, welche Berufe bald alle durch KI ersetzt werden. Aber es gibt da ein Problem: Die KI-Benchmarks, mit denen die Leistungsfähigkeit der neuen Modelle gemessen wird, haben oft wenig mit der Arbeitsrealität zu tun. Mercor kartiert deshalb 923 Berufe der amerikanischen Arbeitswelt gegen 29 KI-Benchmarks – nur 208 Berufe haben überhaupt einen Task mit mindestens fünf Benchmark-Prompts, und 90 Prozent der US-Arbeitsstunden entfallen auf Aufgaben, die von Benchmarks kaum oder gar nicht abgedeckt sind. “This makes it very hard to know how good AI models are at the work Americans actually do.” Aber wo wir gerade bei der Arbeitswelt sind, das hier fand ich auch recht interessant: S&P 500 Market Cap vs. Employees. Die interaktive Darstellung zeigt, wie viel Marktkapitalisierung im S&P 500 auf jeden Mitarbeiter kommt. Palantir und Co. glänzen mit winzigen Belegschaften, während Banken und Einzelhandel in Strichmännchen versinken.

  17. OpenAI and Anthropic Wanted to Replace Engineers. Instead, They Shot Their Own Customers.: Den Text fand ich wirklich wahnsinnig interessant. Aktuell hat KI ja die berechenbarsten Auswirkungen bei der Softwareentwicklung. Das Versprechen der KI-Anbieter ist einfach: Nutze KI und spare dir die teuren Entwicklerinnen und Entwickler. Peng. Das Problem ist aber, dass alle diese KI nutzen können und die Einstiegshürde mit 20-Dollar-Abos echt niedrig ist. Und diese KI macht dann plötzlich nicht nur einzelne Entwickler/innen in den großen Unternehmen - die der Autor als Mautstellen bezeichnet - obsolet, nein, sie sorgt dafür, dass die Softwareunternehmen selbst nicht mehr gebraucht werden, weil ihre Software einfach von der KI bei Bedarf erstellt wird. “The labs weren't replacing engineers inside the toll booth. They were handing out dynamite to everyone standing outside it. The toll booth loses its toll, and the hobbyist who killed it makes exactly zero dollars, because he gave it away.”

  18. Where the Romans Fought: Battles of the Romans, 753 BCE – 1475 CE: Ja, der Inhalt dieser Website ist echt ziemlich analog, nämlich römische Schlachten. Ich finde aber immer toll, wenn solche Datenmengen richtig gut dargestellt werden. Das Datenprojekt kartiert sämtliche Schlachten Roms von der Gründung bis 1475. Das sind 1.469 Gefechte mit bekanntem Ausgang, 236 Bürgerkriege, jedes mit Datum, Armeen, Quellen und Siegertabelle. “Pick a period, or drag the year slider to see the battles of any 25 years; Play runs through them from the founding of Rome. Each dot is a place, its area the number of battles there, and its slices the opponents, starting at 12 o'clock and running clockwise in the order of the legend.”

  19. How sounds can turn us on to the wonders of the universe: Und hier noch eine wirklich spannende digitale Disruption, von der ich vorher noch nie was gehört hatte: Sonifikation. Sie macht Astronomie hörbar und Projekte wie Astronify übersetzen Lichtkurven und Spektren in Klang und öffnen die Wissenschaft damit auch blinden und sehbehinderten Forscherinnen. “"It is making data accessible that wouldn't otherwise be," Kane says. "I can listen to a sonification of a light curve and understand what's going on."“

Undisruptable Technology im Bild

Ich habe “Die Odyssee” ja immer noch nicht im Kino gesehen, aber der Film war ja so schlecht divers besetzt, dass Elon Musk gesagt hat, er macht mal schnell was Besseres. Mit KI. Hat jetzt doch ein paar Monate gedauert, aber die ersten 7 Minuten sind jetzt da. Aber wie beschreibt man das Ergebnis, ohne dass die Gefahr, im Spam-Filter hängenzubleiben, deutlich steigt? Ach, zitiere ich halt den ehrwürdigen “Guardian”: “The dullest, most pointless riposte possible to Christopher Nolan’s brilliant epic.”

Und zuletzt...

Wer übrigens gedacht hat, die technologische Revolution wird ein Schiedsrichter-Roboter auf dem Rasen sein, der KI gesteuert endlich mal gar keine Fehler mehr macht, den muss ich leider enttäuschen. Stattdessen werden die gelbe und die rote Karte durch ein Tablet ersetzt. Wirklich. Und zwar nicht in der Bezirksliga Posemuckel im analogen Deutschland, sondern in Südamerika. Beim Pokalspiel Nacional gegen Rentistas in Uruguay zückte der Schiedsrichter statt Plastikkarten ein Tablet – die Karten leuchten dort in den entsprechenden Farben auf. Klappt übrigens noch nicht so gut, je nach Sonnenstand.

Und dann jetzt aber zum ganz ganz Schluss wirklich noch eine gute Nachricht für alle Skeptikerinnen und Skeptiker rund um KI. Wer keine Lust hat auf Künstliche Intelligenz muss nur zum richtigen Glauben konvertieren (und dann noch in die richtige Rechtssprechungsregion ziehen). Denn in den USA hat erstmals ein Humanist eine religiöse Ausnahmegenehmigung von der KI-Nutzung am Arbeitsplatz erstritten: Die University of Kentucky befreite einen Research-Administrator im September vom eigentichen vorgeschriebenen KI-Einsatz am Arbeitsplatz. Sein Argument: “When it comes to AI technology — particularly generative AI and LLMs, it's clear to me that the existence and use of these technologies run contrary to human wellbeing. … I cannot, in good conscience, partake in the use and proliferation of this technology.” Fand der Richter nachvollziehbar.

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