Einfach machen — und wie man in 24 Stunden 15.280 Euro verdient
Hi nochmal!
Erst mal: Danke für euer Feedback zur letzten E-Mail. Hat mich mega gefreut eure Gedanken dazu zu hören! Es gab so grob drei Lager. Die einen waren unnormal begeistert, manche wollen sogar selber so was machen. Paar andere waren so: „Schon süß die Idee, aber auch ein bisschen weird — was ist jetzt eigentlich deine Absicht, Alper?" Und ein paar wenige haben mir sofort geschrieben: „Bruder, ist bei dir alles okay? In was für nem Film bist du? Hört sich so an, als ob du grad miese Depressionen schiebst." Erst mal ganz ruhig, mir geht's sehr gut. Mir geht's sehr tutti.
Fand ich aber auch interessant: Die Reaktionen kamen immer so von den gleichen Gruppen. Die, die mir am allernächsten stehen und eher in der Heimat geblieben sind, haben sich sehr viele Sorgen gemacht — vor allem meine Schwester, die war direkt so: „Bruder, geht's dir gut?" Die, die ich eher im Ausland kennengelernt habe, waren super begeistert. Verwundert mich natürlich auch nicht. Aber nur weil's nicht üblich ist, auf einmal so eine E-Mail zu bekommen, heißt es nicht, dass es nicht schön sein kann. Ich glaube, das war ein bisschen on brand Alper: ein bisschen unkonventionell, leicht socially awkward, aber eigentlich sehr süß.
In meiner letzten E-Mail habe ich euch erzählt, was ich hier so mache. In dieser hier will ich ein paar Dinge teilen, die mir in den letzten Monaten aufgefallen sind, und dann gibt's noch ein März-Update mit einer Story, die ich euch unbedingt erzählen muss.
In dieser E-Mail (Reading Time: 14 min):
- Learnings: Das kurze Fenster nutzen
- Learnings: Einfach fragen
- Personal Story: Die Fahrradtour
- Personal Story: Der Kaffee-Trick
- März-Update: Wie man in 24 Stunden 15.280 Euro verdient
- Sonstiges & wie es weitergeht
- Was mit diesem Newsletter passiert
- Ask - Lasst uns reden
01 Das kurze Fenster nutzen
Ich kenne mich mittlerweile selber sehr gut. Wenn ich eine Sache über mich weiß, dann dass mein Kopf mich immer mit Ideen überschüttet. Es kreisen die ganze Zeit Millionen neue Ideen im Kopf. Ich bin super spontan und super begeistert über sehr viele verschiedene Dinge. Aber gleichzeitig ist Prokrastination ein Ding. Meine Achillesferse ist, etwas über einen langen Zeitraum tatsächlich konsistent zu machen.
Normalerweise wird mein Kopf überflutet und ich habe super viel Spaß daran, am Anfang Dinge auszuprobieren. Es gibt ein neues shiny Ding, was geil aussieht, ich will es unbedingt machen, mach's am Anfang — und danach nicht mehr.
Was ich aber gelernt habe: Ich muss das Zeitfenster nutzen, solange ich noch Energie hab und motiviert bin. Denn sobald ich den allerersten Schritt mache, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass ich es auch weiterführe. Der erste Schritt ist der schwierigste. Danach rollt es.
So war es, als ich am ersten Tag aus Usbekistan gelandet bin und sofort ins International Office gelaufen bin. Nach zwei, drei Tagen falle ich in meine Routinen rein und dann wird es sehr schwer, irgendwas Neues zu machen. Hätte ich nicht sofort gefragt, wäre ich nie nach Shenzhen gekommen. Hätte nie das alles erlebt, was ich im letzten halben Jahr erlebt habe.
Deswegen schreibe ich auch genau diesen Newsletter ab. Deswegen habe ich damals den Podcast an einem Tag umgesetzt. Immer das gleiche Muster.
Diese kurzen Momente, die ohne viel Risiko sind, aber maximal Potenzial haben.
02 Einfach fragen
Die zweite Sache: Einfach fragen. Nicht davor zurückschrecken, direkt zu sagen, was man will.
Mein allererster Satz im International Office war: "Könnt ihr mich an die Tsinghua in Shenzhen schicken?" Sehr direkt. Und als René gesagt hat, ja, das geht, habe ich sofort nachgelegt: "Könnt ihr mich finanzieren?"
Da bin ich sehr dankbar, dass der liebe Gott oder wer auch immer mir diese Gabe mitgegeben hat, zumindest nicht davon zurückzuschrecken. Ich kenne viele, die zu schüchtern gewesen wären oder die das zu sehr zerdacht hätten. Die hätten sich nicht getraut, so aggressiv danach zu fragen.
Fragt kostet nix. Die Downside ist minimal, die Upside ist mega.
Ich bin selber auch nicht immer so. Es gibt Bereiche in meinem Leben, wo ich auch schüchtern bin. Aber genau dahin möchte ich euch jetzt mitnehmen.
03 Die Fahrradtour
Erst vor anderthalb Wochen hatte ich ein Erlebnis, was genau dieses "einfach machen" und "nicht schüchtern sein" wieder zeigt.
Ich habe eine Fahrradtour gemacht. Shenzhen hat auch sehr viel Natur und es gibt eine sehr schöne Nachbarschaft, OCT bzw. OCT Loft. Es war Golden Hour, so 17 Uhr. Ich war alleine unterwegs, was ich normalerweise nicht mache. Hab mir einfach ein Fahrrad geschnappt — die findet man hier überall auf der Straße, kostet nichts. Bin einfach losgefahren, schön am Fluss entlang. 45 bis 60 Minuten ging die Tour.
OCT ist viel größer als ich gedacht habe. Da ist ein ganzer Freizeitpark drin. Es gibt einen See, und die Häuser waren alle in so einem europäischen Stil gebaut — sah aus wie Italien oder Südfrankreich oder Spanien. Es war super schön in der Golden Hour. Mega, mega schön. Wenn ihr jemals in Shenzhen seid, würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, da hinzugehen.
Ich bin dann abends in OCT Loft angekommen, hatte Hunger. Aber ich war alleine unterwegs. Und was ich normalerweise habe: es fällt mir sehr einfach, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, fremde Leute anzusprechen. Kein Problem. Wenn ich aber alleine bin, werde ich sehr schüchtern. Dann kommen mir Gedanken wie: Die Person denkt wahrscheinlich, ich hab keine Freunde, oder ich bin cringe. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, hab ich mein Safety Net.
Da saß ein Typ, 29, blond, sah ein bisschen aus wie ein Surferboy. In China ist das sehr selten — 99,9 % der Leute sind Chinesen. Es ist sehr selten, andere Ausländer zu sehen. Also eigentlich ein einfacher Gesprächseinstieg.
Ich wollte ihn ansprechen, um mich selber zu challengen. Und dann habe ich mich nicht getraut. Bin dran vorbeigelaufen. Hab mit ChatGPT geredet, meinem kleinen Therapeuten. "Soll ich ihn ansprechen, ja oder nein?" — "Ja auf jeden Fall." — "Aber was wenn er denkt, ich bin komisch?" Bin wieder vorbeigelaufen, hab mich wieder nicht getraut.
ChatGPT meinte: "Frag einfach irgendwas Belangloses, irgendwas Logistisches, das nimmt den Druck raus." Dann hab ich meinen Mut ergriffen, weil ich wusste: Wenn ich das nicht mache, werde ich mich danach viel schlechter fühlen, als wenn ich ihn einmal kurz anspreche. Auch hier gilt: Der erste Schritt ist der schwierigste.
Ich habe gefragt: "How is the food?"
Long story short: Wir saßen anderthalb Stunden, hatten ein geiles Gespräch. Chris kommt aus Kalifornien, arbeitet für Apple, hat einen sehr ähnlichen Hintergrund wie ich — Maschinenbau und Produktion. Er schaut sich hier die Produktion an, kommt drei, vier, fünf mal im Jahr nach Shenzhen. Diese Woche war er alleine, die ganze Woche.
Er war super dankbar, dass ich ihn angesprochen habe. Am Ende meinte er: „Hey, das ist so cool, dass du mich angesprochen hast." Ansonsten hätte er den Abend alleine verbracht. Und ich so: „Of course, man. Anytime." — mit einem selbstbewussten, coolen Blick, als ob es das Natürlichste der Welt wäre und ich nicht dreimal nervös an ihm vorbeigelaufen bin und erst mit ChatGPT reden musste, bis ich ihn angesprochen habe.
Wir haben Kontakte ausgetauscht. Am Ende hat es mit nochmal Treffen nicht mehr geklappt, weil sein Rückflug zu tight wurde. Aber es war mega schön.
04 Der Kaffee-Trick
Eine weitere Sache, die ich gelernt habe und die ein krasser Game Changer für mich war. Es hört sich so dumm an, aber es ist so simpel: Einfach zu zweit was machen. Möglichst früh, einfach einen Kaffee trinken, nicht mehr.
Ich habe das von Aaron gelernt, von dem ich auch die Newsletter-Idee habe. Und von Aurore. Die beiden hatten damals, als ich schon ein Jahr in China war und sie neu auf den Campus kamen, folgendes gemacht: Aaron hat mir einfach aus dem Nichts geschrieben. Wir hatten nie was zu tun. Er hat geschrieben: "Hey Alper, ich finde, du machst einen coolen Eindruck. Lass uns mal einen Kaffee trinken."
Ich hab mich gefühlt wie eine Prinzessin. Mega schön. Wir haben uns hingesetzt, ein paar Stunden Kaffee getrunken, sehr geiles Gespräch. Und ich hab mich danach so viel mehr verbunden mit ihm gefühlt. Das Gleiche mit Aurore — einmal einen Kaffee getrunken, nur zu zweit. Und in beiden Fällen: Nach drei, vier Stunden hab ich mich mehr connected gefühlt als mit Freunden, die ich über eine Gruppe seit über einem Jahr kenne.
Du fühlst dich sofort viel wohler, viel mehr connected, und das mit viel weniger Zeitaufwand. Indem du einfach direkt, möglichst früh, einfach zu zweit kurz was machst. Es hört sich so dumm an, aber es war wirklich einer der größten Game Changer in meinem Leben in den letzten zwei, drei Jahren.
Als ich dann aus China zurück nach Aachen gekommen bin, habe ich das direkt angewandt. Ich treffe eine Freundin vorm Super C mit ein paar Leuten. Dabei ist ein cooler Typ, international, auf Englisch gesprochen, sehr entspannter Typ. Ich hab ihn gefragt: "Hey, hast du Bock mal einen Kaffee zu trinken?" Genau den gleichen Trick angewandt. Eine Woche später Kaffee trinken, dann nochmal, dann nochmal. Drei, vier, fünf, sechs mal, immer mal wieder, nur zu zweit.
Irgendwann nach ein paar Monaten sitzt die gleiche Person da und sagt: "Alper, ich hab was Cooles gebaut. Hast du Bock, mit mir zusammen ein Startup zu machen?" Die Person war Tomas.
So schließt sich der Kreis. Minimale Downside: Worst Case wird es ein bisschen awkward und du sitzt eine halbe Stunde da. Im besten Fall hast du einen Freund fürs Leben gefunden. Oder einen Business-Partner.
05 März-Update: Wie man in 24 Stunden 15.280 Euro verdient
Kommt in die Gruppe.
Wie ich in der letzten E-Mail geschrieben habe: Die größte Frage ist die Finanzierungsfrage. Mein Stipendium ist ausgelaufen, ich brauche Geld, um weiter an meinem Projekt arbeiten zu können. Einer der wichtigsten Wege: Startup-Stipendien. Es gibt zwei große — das EXIST-Gründungsstipendium und das NRW-Gründungsstipendium. Ich hatte mich auf das NRW-Gründungsstipendium beworben.
Vor zwei Wochen gucke ich online und sehe: Oh fuck, die Deadline ist in zwei Tagen. Schnell ein Ideenpapier fertig gemacht, ein paar Seiten Word-Dokument, eingereicht. Stellt sich raus: Es gab dreimal mehr Bewerbungen als sonst, über 30 Stück. Nur acht Startups wurden in die eigentliche Auswahlrunde eingelassen — ein Pitch vor einer Jury. Und danach werden nur drei bis fünf ausgewählt.
Ich hatte gepitcht, Feedback bekommen, und dann: „Alper, es hat leider nicht gereicht. Du wirst nicht in die Juryrunde eingeladen." Okay, dachte ich mir, schade, aber verstehe ich. Es ist eh so kompetitiv, irgendwelche Startups machen was mit Satelliten und so ein Scheiß.
Wichtig zu wissen: Wenn du vor die Jury kommst und abgelehnt wirst, hast du nur noch eine Chance — und die erst in drei Monaten. Beim zweiten Mal verkackt, und du kannst das Stipendium nie wieder für diese Idee bekommen. Deswegen dachte ich mir sogar: Es ist besser, direkt am Anfang rauszufliegen, als vor der Jury zu scheitern und einen Versuch zu verbrennen.
Sechs Tage vergehen. Dann bekomme ich einen Anruf. Weniger als 24 Stunden vor der Jurysitzung. „Hey Alper, wir haben spontan noch einen Platz frei. Du warst der Nächste auf unserer Liste. Hast du Bock zu pitchen?"
Ich so: Hm, erst mal cool. Aber soll ich wirklich? Das Risiko, vor so einer starken Gruppe abgelehnt zu werden... Und dann: „Pass auf, es ist wahrscheinlich das letzte Batch. Das Stipendienprogramm wird von der NRW-Landesregierung vielleicht gar nicht weitergeführt. Wenn du jetzt nicht pitchst, kannst du erst in einem halben Jahr pitchen."
Fuck. Okay. Game Changer. Ich hab noch 20 Stunden. Komm, fuck it. Ich pitche.
Ich hatte nichts. Keine PowerPoint-Folien, gar nichts. Alle anderen Startups hatten eine Woche Zeit. Ich hatte weniger als 24 Stunden.
Ich hab mich an den Computer geschwungen, bis 5 Uhr morgens gearbeitet, hatte irgendwann eine halbwegs gute Storyline. Hingehauen, gegen Mittag aufgewacht, sofort weitergemacht. Um 18 Uhr war der Pitch. Ich hatte immer noch keine Folien. Die Storyline stand, aber die Slides hab ich ganz am Ende erst gemacht — kurz meinem AI-Tool gesagt: „Du hast die Storyline, generier mir die PowerPoint-Slides." Der hat gewerkelt.
Währenddessen: Ich musste auf den Laptop von einem Kumpel wechseln, weil mein Laptop zu alt ist und bei Microsoft Teams immer abstürzt. War in einem viel zu engen ausgeliehenen Blazer. Bin mit zwei Laptops im Rucksack auf einem ausgeliehenen E-Scooter nach Hause gedüst, sieben Etagen hochgerannt — ich hab keinen Aufzug — und hab schon angefangen zu schwitzen. Noch schnell ein Snickers und einen Kaffee reingezogen.
Ich hab noch zwölf Minuten. Dann merke ich: Mein Internet funktioniert nicht. Meine 30 Gigabyte Guthaben sind genau in diesem Moment ausgelaufen. Fuck. Ich gucke auf die Uhr. Noch sieben Minuten. Ich nehme beide Laptops, renne runter. 100 Meter nebenan gibt's ein Hotel. Reingerannt, WLAN-Passwort geholt. Noch vier Minuten. Hochgerannt in deren Kantine — so ein Glaskasten auf dem Balkon, übertrieben heiß wie eine Sauna. Die wollten eigentlich zumachen. Ich hab die auf Chinesisch angeschrien: „Nee, halt das noch auf. Ich bleib hier noch 25 Minuten, danach könnt ihr zumachen." Die so: „Okay, okay, okay."
Ich sitze da, zwei Laptops vor mir. Fuck, das Meeting ist auf dem Laptop von meinem Kumpel, aber die Slides sind auf meinem Laptop. Schnell rübergeschickt. Noch eine Minute. Die Slides sind noch ugly. Null Minuten. Meeting fängt an. Slides immer noch nicht ready. Ich bin sie noch nie durchgegangen. PowerPoint-Karaoke.
Minus eine Minute. Das Meeting hat noch gar nicht angefangen — die hatten ein paar Minuten Verzug. Gott sei Dank. Dann werde ich reingelassen. Sieben Gesichter, strenge Jury. Irgendwelche Leute, die selber Unternehmen gegründet haben, 50-Jährige und so. Und bis genau zu diesem Moment war ich nervös, aber dann nicht mehr. Show-Modus an. Glücklicherweise hat der liebe Gott mir die Gabe gegeben, ein bisschen zu labern. Präsentationen sind nicht das Allerschwierigste für mich.
Da war ich also, mit KI-generierten Slides, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Hab angefangen zu pitchen, bin das ganze Ding durchgegangen, hab Fragen souverän beantwortet. Meeting vorbei. Ich war richtig am Schwitzen in diesem Glaskasten. Fahr zurück in die Uni.
Zwei Stunden später sehe ich eine E-Mail: „Positive Rückmeldung zu deiner Bewerbung, Alper."
What the fuck.
15.000 Euro. Ein Jahr lang, um meine Lebenshaltungskosten zu finanzieren, damit ich weiter an meinem Projekt arbeiten kann.
Was hat die Jury überzeugt? Ich mache nichts mit Satelliten, nichts ultra technologisch Innovatives. Die Software, die ich baue, ist Standard. Aber: Innovativ heißt nicht nur, du baust einen neuen Raketenantrieb oder einen Quantencomputer. Innovativ heißt auch: Es gibt ein reales Problem, das noch keiner löst. Der Compliance-Workflow von Anwälten und Energieberatern ist super manuell und Excel-basiert, und bisher digitalisiert das keiner. Das ist eine Marktinnovation.
Und es war glaubwürdig. Ich brauche zehn Kunden, um profitabel zu sein. Drei habe ich schon in der Pipeline. Die zehn kriege ich hin. Dazu zwei coole Mentoren — Leon und Uwe — die mich bei KI und Jura unterstützen. Vertrieb und Software baue ich selber. Für die Jury hat sich das plausibel angehört: ein einzelner Gründer, ein Jahr Zeit, zehn Kunden, das kriegt er hin.
Und die 280 Euro? Die habe ich am gleichen Tag verdient, ein paar Stunden vor dem Anruf. Um meine Finanzierung zu überbrücken, mache ich hin und wieder Werbung für chinesische Unternehmen — Handyhüllen, Panzerglasfolien, Selfie Sticks, so einen Krimskrams für TikTok. Vier Stunden mit einem random Chinesen in irgendeinem Park in Shenzhen, der konnte kein Englisch und ich kann seinen Namen nicht mal.
Es gibt jetzt von mir Videos im Internet, wo ich Handyhüllen kaputt mache, wo ich Salatgurken mit Panzerglasfolien schneide, und wo ich vor einem pinken getunten BMW stehe und „Porsche Cayman S, komm in die Gruppe!" rufe, bevor ich eine Handyhalterung in die Kamera halte. Die Firma hat über 1,4 Millionen Follower auf TikTok. Eins meiner Videos hatte schon 50.000 Aufrufe. Ich glaube, Bundeskanzler wird das in diesem Leben nichts mehr.
Ich war jung und brauchte das Geld.
06 Sonstiges & wie es weitergeht
- Shenzhen ist bald vorbei. Ab Ende April bin ich wieder in Deutschland.
- Vorher noch Vibe-Checks: Ich überlege, je eine Woche nach Chiang Mai (Thailand) und ggf. Da Nang (Vietnam) zu fliegen. Das sind zwei der beliebtesten Digital-Nomad-Städte. Ich bin eh schon in der Ecke, Flüge sind günstig, und falls ich später dieses Jahr noch mal nach Asien zurückkomme, hab ich die Orte schon mal gesehen.
- Peking Ende April: 25-Jahr-Feier vom RWTH-Tsinghua-Doppelmasterprogramm. Mein Budget ist knapp, aber ich versuche hinzugehen. Meldet euch, wenn ihr da seid.
- Hamburg ab Mai: Meine alte Bude aus 2021, wo meine Schwester drei Jahre drin war, übernehme ich jetzt. Die 15.000 Euro Stipendium sind super nice, starten aber erst im Sommer/Frühherbst, und reichen nicht für ein tolles Leben. Ich darf nebenbei Teilzeit arbeiten, und je nachdem wie sich alles entwickelt, treibt's mich vielleicht später im Jahr noch mal zurück nach Asien.
- Hab mir Jack Harlow's neues Album "Monica" gegeben - unnormaler Banger. Gebt euch das mal von vorne bis hinten bei warmen, gedimmten Licht an einem regnerischen Tag bei ner Tasse Tee und euer Handy ganz weit weg von euch - das wird euer Leben verändern.
07 Was mit diesem Newsletter passiert
Ich will das hier zu einem regelmäßigen Ding machen. So grob einmal im Monat ein kurzes Update. Ich will mir aber selber keinen Druck geben, das soll keine Verpflichtung sein, sondern es soll Spaß machen. Es kann jederzeit aufhören. Solange ich was Spannendes zu erzählen habe und nicht zu verpeilt bin, kommen hier ab und zu neue Nachrichten.
Warum mache ich das? Erstens, und das ist mit Abstand der wichtigste Grund: Ich find's einfach cool. Geiles Hobby, schöne Art in Kontakt zu bleiben, fertig. Viel mehr braucht's auch nicht. Zweitens: Opportunities. Wenn ich z.B. ne Woche nach Portugal gehe und zufällig ist jemand von euch in Portugal — perfekt, dann treffen wir uns. Oder wenn ich z.B. nach Steuerberatern für mein Projekt suche und jemand von euch kennt einen. Solche kleinen Sachen, die ich ohne Social Media sonst einfach nicht mitbekomme.
Und bevor jemand fragt: Nein, das ist kein Wannabe-Influencer-Ding und kein cringe Networking. Die einzige Sache auf der Welt, die ich viel besser kenne als ihr alle, ist mein eigenes Leben. Deswegen schreibe ich auch genau darüber, und nicht über bildende Kunst oder die trendigsten Techno-DJs in Berlin.
Versteht das einfach als Gespräch. Ich schreib da nichts rein, was ich euch auch nicht in einem eins-zu-eins-Gespräch erzählen würde.
Noch kurz zur Logistik:
- Die E-Mails werden wahrscheinlich bald auf Englisch — ein paar von euch lesen das hier gerade mit Google Translate.
- Die Emails werden wahrscheinlich bald auch was kürzer. Ich hatte bis jetzt einfach soooooooo viel zu erzählen, dass die Emails bisher einfach lange Klopper geworden sind. Die nächsten werden aber humaner.
- Die E-Mails sehen jetzt ein bisschen anders aus — ich hab mir ein gratis Newsletter-Tool geholt, damit ich einen Unsubscribe-Button und ein Webarchiv habe. Unten gibt's ein bisschen Werbung, weil ich zu broke bin, die 9,99 Euro im Monat zu zahlen. Ihr könnt mir gerne auf PayPal dafür spenden <3.
Und jetzt kommt's: Unten ist ein Unsubscribe-Button. Klickt drauf. Keine falsche Scheu. Ich nehm's euch nicht übel. Ich nehm's euch übel, wenn ihr drin bleibt, obwohl ihr das eigentlich gar nicht haben wollt. Wenn ihr es nicht fühlt oder feiert: Unsubscribe, verpisst euch hier aus diesem Newsletter. Ich hab euch trotzdem super lieb und dann machen wir's weiterhin konventionell in Person oder telefonieren ab und zu. Ich will am Ende nur Leute hier haben, die auch wirklich 100 % Bock drauf haben.
08 Ask - Lasst uns reden
- Schickt mir Feedback. Antwortet einfach auf diese E-Mail oder als WhatsApp-Sprachnachricht. Oder schickt mir einfach kurz: „Alper, ich liebe dich. Du bist der geilste Mensch der Welt." Dann weiß ich, dass ihr die E-Mail gelesen habt.
- Gebt mir Tipps für nen coolen Namen (auf Englisch) für diese Newsletter-Serie.
- Gebt mir die Email Adressen von Leuten die ich noch hinzufügen soll. Ich hab viele eurer Emails nicht. Dieser Newsletter soll aber persönlich bleiben. Als Grundregel ist grob: Wenn ich schonmal mit der Person one-on-one was gemacht hab, dann gerne her damit!
- Gebt mir Tipps für Digital-Nomad-Städte, wo ihr schonmal paar Monate verbracht habt, und wo ich ggf. später dieses Jahr hinziehen kann. Sollte cheap (bis 1000€/Monat) seind, produktiv zum arbeiten, und einfach Leute kennenzulernen.
- Meldet euch wenn ihr nen Part-Time Job (bis 15h/Woche) für mich habt - ich bin broke und natürlich eine übel krasse Maschine für alles was Business/Consulting/Industrie/Vibe-Coding/Fliesen legen angeht. (natürlich auch gerne unter der Hand ;) ).
- Zieht euch nen Ticket für Mario Draghi an der RWTH Aachen im Mai im Rahmen der Karlspreisverleihung. Einfach der fucking ehem. italienische Prime Minister am Start. Tickets sind kostenlos. Ich hab mir schon eins gebucht, aber geh bisher noch alleine hin - also lasst uns zsm hingehen. Once in a lifetime opportunity. Tickets bekommt ihr hier.
- Meldet euch, wenn ihr auch bei der RWTH-Feier in Peking am 23.04., in Hamburg (Mai-Juli 2026) oder irgendwo in Deutschland seid. Oder bucht euch schon mal was ab Mai.
- Telefonat buchen
- Kaffee / Lunch / Bierchen buchen
Ich weiß, dass die Buchungslinks ein bisschen cringe sind. Ich hab die eigentlich für Kundenmeetings eingerichtet, aber gemerkt, wie viel die auch privat bringen. Vor allem mit Zeitverschiebung und wenn jeder in einer anderen Stadt ist und Vollzeit arbeitet. Es nimmt so viel Reibung raus. Wir kennen das alle: „Boah, lass uns unbedingt mal ein Bierchen packen." - und machen es dann nie.
Hab euch ganz doll lieb.
Alper