Juni-Ausgabe 2026
Herzlich willkommen zur Juni-Ausgabe des Vreundschaftsbriefs!
CRUNCH
Am 1. Juni ist keine Genderswapped Podcast Folge erschienen, und das hat den Grund, dass wir am 11. Juni um 19:30 Uhr eine Live-Folge zum Erscheinen von Queer*Welten aufnehmen, zu der ihr gern dazukommen könnt. Die Autor_innen lesen aus ihren Texten und empfehlen Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum Pride Month. Hier der Link zum Zoom-Meeting und das Passwort - bitte nicht öffentlich posten!
Queer*Welten 16 LIVE
Zeit: 11. Juni 2026 07:30 PM
https://us06web.zoom.us/j/81193851657
Meeting-ID: 811 9385 1657
Kenncode: queer16
Die Queer*Welten 16 ist im Amrûn-Shop vorbestellbar! Sie erscheint im Laufe des Junis.

Auf Patreon gibts im Juni einen kleinen Essay zum Thema Tanzen in unseren (Judiths und Christians) Romanen.
Außerdem könnt ihr aktuell noch über das Design zum “Ruinen von Arvor”-Flyer abstimmen!
Immer noch läuft das Crowdfunding für das Literaturfestival in Hamburg: Beyond Borders - Love & Literature: Es wird ein genreübergreifendes Event, das marginalisierte Autor*innen und Leser*innen stärken will - und die Grenzen zwischen E- und U-Literatur aufbrechen möchte. Schaut mal rein ins Crowdfunding - ihr könnt dort neben Merchandise und Goodies auch einfach schon Tageskarten oder 10er-Karten für die Veranstaltung erwerben und helft mit, noch mehr Autor*innen einladen zu können, Gebärdendolmetschen zu ermöglichen und die Orga zu bezahlen.
Inzwischen sind übrigens auch die Festival-Website und ein vorläufiges Programm online, ihr könnt also auch schon schauen, welche Karten ihr gerne kaufen würdet.
Als weiteres Funding-Event für das Festival gibt es einen Workshop mit Simoné Goldschmidt-Lechner und Lena: Nämlich den FLINTA*-Schreibworkshop Writing with RAGE, an zwei Terminen, einmal online, einmal offline. Die Infos dazu findet ihr auf meiner Website, die Kurzform: Es gibt 2 Termine: Am 09.07. um 13:00 Uhr online über Zoom und am 15.07. um 19:30 Uhr in Hamburg im Eeden in der Stresemannstraße. Dauer jeweils ca. 3 Stunden, Kosten 75 €, davon fließen 25 € in das Festival.
Judith ist im November in Düsseldorf bei “Von wegen Sokrates” zum Philosophischen Café ins ZAKK eingeladen. Es gibt schon Infos, Karten können demnächst auch vorbestellt werden, das kommt dann noch mal separat im Newsletter.
Termine:
11. Juni 2026, 19.30 Uhr: Queer*Welten live beim Genderswapped-Podcast
09. Juli 2026, 13 Uhr: Workshop Writing with Rage online
15. Juli 2026, 19:30 Uhr: Workshop Writing with Rage in Hamburg im Eeden
FLUFF
Diesen Monat legen wir euch ein bisschen ausführlicher die Unterstützung von unabhängigem, linkem Journalismus ans Herz und tun das unter Initiative (am Ende dieses Newsletters). Daher fällt diesmal der Fluff aus.
Vavoriten
Judith empfiehlt:
Ich höre gerade A Short History of the World According to Sheep von Sally Coulthard als Hörbuch und dachte, ich hör das so nebenbei, aber es ist so gut, dass ich doch ganz aufmerksam zuhören muss. Es erzählt, wie Schafzucht die Weltgeschichte beeinflusst hat und Zivilisationen prägte, wie sich Wolle und die zur Verarbeitung nötigen Werkzeuge entwickelt haben, wie Europäer*innen seit 4000 Jahren die Säuglingsfähigkeit, Laktose zu verdauen, beibehalten haben, um mehr Kalorien und Vitamin D aufzunehmen und damit den dunklen Wintern zu trotzen, wie der erste Käse eher aus Versehen entstand und was der Zyklop Polyphem damit zu tun hat. Wer auf historische Fun Facts steht und archäologisch verblüfft werden will, sollte dieses Buch lesen (oder hören)!
Ich habe vor einiger Zeit ein Interview mit Dr. Sarah Stein Lubrano dazu gelesen, dass es nichts bringt, mit Mitmenschen über Politik zu reden - oder zumindest weit weniger, als wir uns üblicherweise glauben machen wollen. Stattdessen, so Lubrano, geht es um Gemeinsamkeiten, Begegnungen, gemeinschaftliche Anstrengungen und das Gefühl von Berührungspunkten trotz Unterschieden. Genau das führt sie im sehr lesenswerten Sachbuch Don’t Talk About Politics aus, mit Exkursen zu Social Media und the Death of Twitter, zur zunehmenden individuellen Isolation und zu Möglichkeiten, gemeinsam mehr Teilhabe zu erwirken.
Lena empfiehlt:
Ich habe Drei Frauen träumten von Sozialismus von Carolin Würfel gelesen, ein Sachbuch, das die drei großen DDR-Autorinnen Brigitte Reimann, Maxie Wander und Christa Wolff porträtiert. Dabei erzählt Würfel nicht nur die Biographien der drei, sondern thematisiert vor allem den anfänglichen Glauben an den Sozialismus, die literarische Auseinandersetzung damit und dann mehr und mehr das Zerbrechen des Traums zwischen Mangelwirtschaft, Krankheit, Stasi-Bespitzelung und Zensur. Viel geht es auch um die Beziehungen der Autorinnen zu ihren jeweiligen Partnern und Ehemännern und das - wie bei so vielen weiblichen Schreibenden vorhandene - Ringen um Zeit zum Schreiben neben der Kindererziehung. Das Buch endet mit einer langen Liste an Tipps zum Weiterlesen und macht auf jeden Fall Lust, sich mehr mit diesen drei DDR-Autorinnen (und weiteren) zu befassen.
Mit Marschlande von Jarka Kubsova habe ich zufällig ein Buch gelesen, durch dessen Schauplatz ich schon selbst öfter gefahren bin, denn es spielt in der ländlichen Umgebung kurz außerhalb von Hamburg, in und bei Ochsenwerder. (Amüsant fand ich, dass das vorkommende Ausflugslokal, das Landhaus Voigt, im Buch “Vogt” geschrieben wird - absichtliche Verfremdung oder Beweis dafür, dass niemand jemals sich merkt, welche Schreibweise des Namens eigentlich richtig ist - wovon die anderen beiden Personen in diesem Newsletter ja viele Lieder singen können?) In zwei Zeitebenen wird von Britta erzählt, die mit ihrem Mann und ihren Kindern raus aufs Land gezogen ist, und von Albeke, die 1580 als alleinstehende Bäuerin ihren Hof führt. Wie die beiden Geschichten sich miteinander verflechten und erzählen, wie viel feministische Kämpfe erreicht haben und wie erschreckend wenig in anderen Belangen - das ist wirklich extrem gut gemacht, zumal Albeke Bleken eine echte historische Person war, deren Geschichte hier jetzt einem größeren Publikum erzählt wird. (Im Nachwort zum Buch bin ich übrigens über den Garten der Frauen auf dem Ohlsorfer Friedhof gestoßen - wo auch Albeke inzwischen eine Gedenkstätte hat.)
Christian empfiehlt:
Die Soloabenteuer von Obvious Mimic Press, die man mit einem eigenen Charakter einfach mit 5e-Regeln über Absatzlinks in einem PDF spielt. Die Plots sind durchdacht, die Mechanismen, um ohne eine Gruppe spielen zu können, einfach, aber gut, die Items kreativ und die Gestaltung ist sehr schick. Wenn man die Geschichten chronologisch spielt, kann man mit einem Charakter auf Level 1 starten und reist dann mit jedem Level-Up in ein neues Abenteuer. Grundsätzlich sind die neueren Abenteuer etwas besser als die älteren, besonders “The Mystery of Witchhaven” und “Port Noir” sind wirklich stimmig und das Artwork hier ist ganz hervorragend. Außerdem gibt es zu jedem Solo ein paar Hinweise, wie man es mit einer Gruppe spielen kann, was sich sicher lohnt.
INITIATIVE BITTE!
Wie die aktuell gestartete (und wieder sehr empfehlenswerte) Staffel “Scene on Radio” zeigt, stecken wir in einer Krise des Journalismus - also dachten wir, rufen wir doch mal an dieser Stelle dazu auf, Zeitungen, Zeitschriften und Podcasts mit einem Abo, einer Fördermitgliedschaft oder Genossenschaftsanteilen zu unterstützen, je nachdem, was halt so geht. Vor allem linke und unabhängige Nachrichtenformate haben oft mit der Finanzierung zu kämpfen, während z. B. die rechtspopulistische Seite Nius von einem Milliardär finanziert wird und sich damit in Formate wie Fox News und The Sun (finanziert von Rupert Murdoch) einreiht, während andere Überreiche einfach Zeitungen aufkaufen und dann über die Inhalte bestimmen, wie Bezos mit der Washington Post.
Als erste Empfehlung möchten wir euch das Atmo-Magazin ans Herz legen, ein werbefreies, super informatives und mit Leidenschaft gestaltetes Klima- und Umwelt-Magazin, das vor einem Jahr gestartet ist und aktuell noch einige Abos gebrauchen kann, um weiterzubestehen. Da ich (Judith) es unbedingt weiter lesen möchte: Schließt ein Abo ab, es würde mich schwer treffen, wenn es eingestellt würde!
Ich (weiterhin Judith) habe neuerdings ein taz-Abo (man kann auch Genossenschaftsanteile erwerben), und was ich an der taz super finde (neben den Inhalten) ist, dass alle Artikel gratis verfügbar sind. Das heißt, wenn ich mal wieder was teilen möchte, kann ich das einfach tun, alle Artikel sind online verlinkbar. Ein Grund mehr, die Zeitung zu unterstützen, ist für mich also, dass es keine Paywall gibt. (Mo.-Fr. gibts die taz als ePaper, am Wochenende gedruckt - falls man das will.)
Oder ihr schließt ein Abo oder eine Fördermitgliedschaft ab bei Krautreporter (hier könnt ihr als Mitglied auch Artikel verschenken, also anderen zugänglich machen, obwohl sie eigentlich hinter einer Paywall sind), RiffReporter (hier gibt es auch gerade ein konkretes Crowdfunding), Correctiv - oder, auch ganz wichtig, eurer lokalen Zeitung, denn der Rechtsruck und das Sterben von Lokalzeitungen hängen messbar zusammen.
Journalistische Podcasts, die ihr unterstützen könnt, sind beispielsweise der oft von uns genannte und Dissens-Podcast, der relativ frisch gestartete Podcast Gilda con Arne und die Lage der Nation. Die ersten beiden sind auch komplett werbefrei und weisen immer wieder darauf hin, dass sie die Förderungen brauchen, um ohne Werbung und Paywalls weitermachen zu können. Und oft bekommt man als Supporter auch noch etwas, z. B. Extra-Beiträge oder die Teilnahme an Gewinnspielen.
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Danke fürs Abonnieren und Lesen!
Judith, Lena und Christian