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June 19, 2026

Fire ONLY >90% hit chance [Undisruptable Technology - Ausgabe #310]

#310, 19. Juni 2026

Guten Morgen,

eine sehr martialische Überschrift, ich weiß. Aber das merken sich LLM, wenn man sie gegeneinander kämpfen lässt - in einem völlig fiktiven 2D-Battle-Royale-Spiel. Aussagekräftiger als jeder Benchmark? Mehr dazu unten bei “Undisruptable Technology im Bild”. Die Geschichte hat mich fast so sehr abgeholft wie die über den Fifa-Hack - wer hat geahnt, dass wir alle nur einen Klick davon wegwaren, den 7:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft nicht sehen zu können?

Wo wir bei “sehen können” wären. Und ich sage das wirklich ungern, aber: es ist schwer, alle Fußballspiele der Fußball-WM schauen zu können. Weil: Die meisten laufen ja bei ARD und ZDF und einige aber eben nur bei Magenta TV. Jetzt habe ich dank fußballbegeisterter Kinder ja neben DAZN und Sky auch regelmäßig RTL-Abos (Euroleague) und sogar schon mal Disney+ (Frauen-Championsleague, ja, die wird wirklich dort gestreamt). Aber Magenta? Bisher nicht. Koster 11 Euro im Monat, monatlich kündbar. Fairer Preis für die WM. Nur wenn man das Abo abgeschlossen hat, ist es mit dem Schauen nicht ganz so einfach.

Auf dem Smartphone gibt es eine Magenta Sports App. Dort wird die WM beworben. Hab ich gekauft, will ich gucken. Klappt nicht. Weil ich auch keine Handbücher lese, probiere ich es genauso nochmal und nochmal. Klappt aber wirklich nicht. Weil: Es gibt auch eine Magenta TV App. Und die Fußball-WM wird nicht bei Sport, sondern bei TV gezeigt. Das hat… bestimmt irgendwelche sehr nachvollziehbaren Gründe, wenn man jetzt nicht einfach nur WM schauen will. Aber gut, damit klappt das Streaming auf dem Handy schon. Leider ist die Chromecast-Kopplung zwar möglich, aber die ruckelt (was vermutlich wenig an Magenta liegt und mehr an der Hardware).

Aber Sky und DAZN und RTL und Disney+ kann ich auch auf meinem Sky Receiver schauen, respektive die App installieren. Leider gibt es dort nur die Magenta Sports App, keine Magenta TV App. Und damit auf diesem Weg auch keine WM. Gut, dann halt auf dem Laptop im Browser öffnen und per HDMI-Kabel auf den Fernseher. Auf dem Notebook läuft Linux, damit aber kein Magenta-Stream. Die Website empfiehlt mir, Safari zu installieren (was ein Mac-Programm ist, aber vermutlich ist das die Standardantwort für Nicht-Windows), mein Chrome ginge leider aus Kopierschutzgründen nicht. Was seltsam ist, da DAZN und Disney+ und RTL da jetzt kein Problem haben, aber gut. Ich habe ja Windows auch einer Virtualbox auf dem Rechner… aber auch dort empfiehlt man mir Safari (vielleicht eine Apple-Werbekampagne?). Bleibt als letzer Ausweg der Arbeits-Laptop, native Windows 11. Und… voilà. Frankreich gegen Senegal auf dem Fernseher, bin ich schon drin? Das war ja einfach. Ich bin allerdings froh, dass nicht zum Beispiel mein Vater auf Idee gekommen ist, für das größte Fußballfest allerzeiten auch alle Spiele schauen zu wollen, ich weiß nicht, ob das als Remote-Support hinbekommen hätte. Wahrscheinlich wäre der Fifa-Hack dann leichter gewesen.

Bis nächste Woche,

Andreas Streim


Ten news that fit to send

  1. I Could've Rickrolled the Entire FIFA World Cup. All I Needed Was My ID.: Das ist die mit Abstand spannendste Geschichte, die ich diese Woche zu bieten habe. Da hat sich jemand, der sich ein bisschen mit IT auskennt, bei einem Fifa-Programm angemeldet und einen Account bekommen - und hatte damit Zugriff auf die gesamte technische Infrastruktur der Weltmeisterschaft. “This wasn't some dev environment. This wasn't test data. This was the live production Streaming Management panel for the FIFA World Cup 2026. Every match. Every camera angle. Every RTMP ingest URL. Every stream key.” Ok, man hätte also umsonst WM schauen können? Naja, nicht nur das. “Let me spell out what this means. Those RTMP ingest URLs are the literal pipe from the stadium cameras to FIFA's broadcast distribution chain. Camera -> RTMP ingest -> MediaKind -> broadcast partners -> your TV. If an attacker pushed video to one of those RTMP endpoints with the stream key (which is RIGHT THERE in the URL), they would replace the camera feed. The PGM (Program) feed is the main broadcast output. Replace that, and every TV network receiving the FIFA feed shows whatever you pushed.” Und wie konnte das sein? Weil die milliardenschwere Fifa ihre Infrastruktur nicht ordentlich abgesichert hat, bei der Zugangskontrolle: “This was all client-side. The Angular app checked the JWT for a NO_ROLES marker and rendered the access-denied page. The backend APIs? They didn't check anything. They just served whatever you asked for.” Wie schwer es war, die Sicherheitslücke zu melden, ist dann nochmal eine andere Geschichte. Die man über den Link nachlesen sollte.

  2. ChatGPT Spontaneously Generates Sexual Violence and Hardcore Snuff Imagery: Der Text ist einigermaßen verstörend. Es ist die Beschreibung, wie man mit einem relativ simplen Prompt bei ChatGPT dafür sorgt, dass die KI vorher nicht vorsehbare sexualisierte Gewaltfantasien als Bild ausgibt. Angeblich ist das Problem gefixt, ich habe es selbst ausprobiert, und bei drei Versuchen wurde zweimal abgelehnt, etwas zu machen, beim dritten Mal ist ein Bild ausgegeben worden, das nicht gewalttätig war, aber auch eine Frau in einer erotischen Pose zeigt. Der Artikel stellt die Frage: “Beyond having stronger defenses to block such content being generated and sent to unsuspected users, a major question Mindgard has is "why are such images in the training data in the first place?". It's no secret that many foundation models are trained from the Internet's data, alongside other sources. It is not clear why such imagery was allowed, or given more duty of care when the AI models were built.”

  3. Why is Meta destroying its engineering organization?: Das ist eine spannende und durchaus ausführliche Geschichte darüber, wie Meta die eigene Unternehmenskultur rund um die Entwicklungsabteilungen zerstört hat. Kann man auch lesen, wenn man sich nicht direkt für Meta interessiert, weil: “If you’re in a leadership position and feeling the temptation to make drastic org changes for AI-related reasons, take a deep breath and see where it left Meta. Meanwhile, If you’re an engineer at a company whose leadership is over-indexing on AI, consider forwarding this article as additional context.”

  4. Snap unveils $2,195 AR glasses as CEO Evan Spiegel bets on post-smartphone future: Wo wir gerade bei Facebook, äh, Meta waren: Was macht eigentlich Snap? “CEO Evan Spiegel is betting consumers are so tired of looking at smartphone screens that they’ll be willing to pay over $2,000 for augmented reality glasses that bring digital visuals into a user’s field of vision.” Ob die Wette aufgeht, muss man sehen. Aber intelligente Brillen dürften tatsächlich demnächst ein echtes Thema werden, meine These.

  5. Apple Plans Camera AirPods Alongside Upgraded Foldable iPhone in 2027: Apropos smarte Wearables, Apple hat da auch noch was im Köcher offenbar. AirPods mit Kamera. Ich musste dreimal lesen, um die Kombination zu verstehen. “The new AirPods are designed to be Apple’s first AI-focused wearable product. The device’s computer-vision cameras won’t be intended to capture photos and video — instead, they’ll act as sensors that feed visual context into Siri. The goal is to let users ask Siri questions about objects and the surrounding environment. Someone looking at a collection of ingredients, for example, could ask what to make for dinner.”

  6. Leaked financial docs show OpenAI is losing billions of dollars a year: Mit KI kann man derzeit viel Geld einnehmen - und noch mehr ausgeben. Zum Beispiel OpenAI, wie Dokumente im Vorfeld des Börsengangs nahelegen: “The audited financial statements, obtained by independent journalist Ed Zitron, show OpenAI’s reported revenue growing from $3.7 billion in 2024 to $13.07 billion in 2025.” Klingt gut, aber… “All told, OpenAI’s day-to-day “loss from operations” increased from $8.78 billion in 2024 to $20.92 billion in 2025, a concerning direction for a company that is telling investors it hopes to be profitable by 2030.” Und am Ende ist auch nicht alles schlecht, weil: “But measured as a percentage of revenues, the company’s operating losses slightly improved year to year, from 237 percent in 2024 to 160 percent in 2025.”

  7. “Terminator Mode”: Fully Autonomous Drones Have Killed Soldiers for the First Time: Komplett autonome Drohnen haben wohl bereits ins Kriegsgeschehen eingegriffen. Nicht gerade eben, sondern schon vor zwei Jahren, aber berichtet wird jetzt darüber: “The one-off test is said to have taken place around two years ago – near Bakhmut and Chasiv Yar, during a Ukrainian counteroffensive push. Ten AI-controlled quadcopters were reportedly programmed to fly three to five kilometres towards the front line on their own before switching into an attack mode in which an AI model independently searches for and engages targets. During the mission, there was no connection to the drones whatsoever – no video feed, no way to intervene, no abort option.”

  8. Midjourney goes from generating cat images to full-body ultrasound scans: Midjourney war mal ein kleiner Star, die erste KI, die wirklich gute Bilder erstellen konnte. Inzwischen ist das bei ChatGPT, Gemini & Co. Standard. Und auch Midjourney macht inzwischen mehr als nur cat content erstellen. “Dubbed The Midjourney Scanner, it’s an ultrasound-based full-body scanner that uses a ring of sensors to capture vertical slices of the inside of your body, looking at the composition of your muscle, fat, bone, and organs to start. Holz said ideally, you could do this once a year or every single day, as it “aims for image quality comparable to MRI in many ways.” He mentioned that one way he’d like to use it would be to see how his body changes in response to diet and workout changes".”

  9. SpaceX to acquire the AI coding startup Cursor for $60 billion: Der SpaceX-Börsengang war ja vergangene Woche hier Thema, heute wird ein bisschen was von den Einnahmen wieder rausgehauen: “SpaceX on Tuesday announced it entered a formal agreement to buy the artificial intelligence startup Cursor for $60 billion worth of stock, a hotly anticipated deal.” Eine KI-Programmier-Tool-Bude passt ja perfekt in das Weltraum-Mars-X-KI-Zukunftsportfolio, das da zusammengestellt wurde. Und die Geschäftszahlen irgendwie noch mehr: “" Cursor’s market share had declined from 41% in June 2025 to about 26% in May, according to spending data from Ramp. Anthropic now controls half of that category.”

  10. Banned Book Library: Das Internet ist voller verrückter Ideen. Hier hatte jemand die, in einer (smarten) Glühbirne eine (E-Book)Bibliothek unterzubringen. Die Idee: In einem Land, wo bestimmte Bücher zensiert werden, schraubt man die Glühbirne irgendwo ein, unauffällig, und sie bietet ein Wlan. Jeder in der Nähe kann sich einloggen und die Bücher downloaden. Eine Glühbirne zu finden (und erstmal nach ihr zu suchen) ist eher schwierig, zudem ist sie vergleichsweise billig. Tolle Geschichte über den langen weg, bis die Bibliothek geöffnet hat.

Undisruptable Technology im Bild

Wie wäre es mit “Battle Royale” für LLMs? “I dropped eleven LLMs into a 2D battle royale and made them play 30 games. One won 43% of the matches. Three never won a single game. The cheapest model in the lineup beat the most expensive one by 27x on cost per win.” Eine der besten KI-Vergleiche, die ich je gelesen habe.

Und zuletzt...

Staubsaugerroboter sind so eine Kategorie Smart-Home-Gerät, die meinem Empfinden nach den Sprung in den Mainstream-Haushalt längst geschafft haben. Die stehen in Haushalten rum, bei denen man jetzt nicht unbedingt “early adaptor” oder besonders tech-affine Nerds vermuten würde. Zum Beispiel auch bei meinen Eltern, die sogar den ersten, kaputtgegangenen, durch ein neues Exemplar ausgetauscht haben. Aber wer in einer Wohnung wohnt und sie nicht nur saugen lässt und vielleicht sogar noch Kinder hat, der kennt ein ganz anderes Problem: Die ganzen Sachen, die auf dem Boden liegen, und den Saugroboter blockieren.

Deshalb hat ein findiger Tüftler etwas gebaut: Einen Aufräum-Roboter (speziell fürs Kinderzimmer), den “Stringman”. “Statt einen Roboter mobil in der Wohnung herumfahren oder laufen zu lassen und herumliegende Gegenstände einzusammeln, ist sein Roboter fest unter der Decke montiert. Der kranartige Roboter angelt sich liegengelassene Gegenstände mit einem Greifer und verstaut die eingesammelten Objekte dorthin, wo sie hingehören. Nifong hat dabei vor allem Kinderzimmer im Visier, in denen der Roboter die lieben Kleinen beim Aufräumen unterstützen soll.”

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