März-Ausgabe 2026
Herzlich willkommen zur März-Ausgabe des Vreundschaftsbriefs!
CRUNCH
Die neue Folge vom Genderswapped Podcast ist in diesem Monat erst am 9. März erschienen und dreht sich anlässlich des globalen Aufrufs zum Frauen*streik um Streik, Widerstand und Solidarität - mit einigen literarischen und filmischen Arbeitskämpfen als Medienthema.
Im Audio-Extra werden wir, obwohl wir sehr schlecht darin sind, darüber reden, wie man sich als Freiberufler*in dazu bringen kann, mehr Pause zu machen. Es ist aber noch nicht online, schaut in den nächsten Tagen einfach mal auf Patreon nach!
Auf Patreon gibt es im März die ersten Kapitel unseres neuen Romans Die reinen Herzens sind. Motto: Good girls go and slay dragons, bad girls go everywhere.

Ebenfalls auf Patreon, aber ohne Bezahlschranke, haben sich Judith und Mari über Frankenstein unterhalten - über Buch, Film, Theaterstück und Mary Shelley - und es auf ihren jeweiligen Patreons crossgepostet (hier gehts zu Maris Patreon: schöne Künste, Buchbesprechungen, Doodles und Jahr-des-Pferdes-Gemeinschaftsprojekt!)
Termine:
14.03.26, 19 Uhr - Nachgespräch am Theater Aachen: "2044. Chronik der Zukunft": Die Vögte sind zu Gast im Nachgespräch zum dystopischen Theaterstück „2044. Chronik der Zukunft“! Tickets und Infos gibts auf der Website vom Theater Aachen!
21.03.26, 11:30 Uhr - Workshop zum Frauenkongress im Landtag NRW: Judith gestaltet mit Astrid Vogelheim MdL den Workshop „Klimakrise trifft Frauen härter: Klimafolgenanpassung feministisch denken“ auf dem Frauenkongress der Grünen Landtagsfraktion. Interessierte können sich hier zur Veranstaltung anmelden, Externe sind willkommen!
28.03.26, 15 Uhr - GratisRollenspielTag 2026 vom RPG Librarium e.V.: Der GratisRollenspielTag ist deutschlandweit, aber die Vögte bieten im Aachener meffi.s eine doppelte Spielrunde zu “Die Ruinen von Arvor” mit dem System “Legend in the Mist” an.
12.04.26, 18 Uhr - Unerhörte Benefiz-Lesung in der Absinthbar Grotesque: Susann Loevenich und die Vögte lesen bisher Ungehörtes – noch nie vorgelesene Kurzgeschichten, brandneue Romananfänge und vielleicht sogar Lyrik als Zugabe. Der Eintritt (10 €) geht als Spende an die Absinth-Bar Grotesque. Um Reservierung per Telefon (0241-474586835) oder Mail (info@grotesque-ac.de) wird gebeten, Eintritt bitte bar am Einlass zahlen!
FLUFF
Cis Männer einfach mal die Fresse halten (von Judith)
Ich habe ja im letzten Newsletter berichtet, dass ich in Aachen den Frauen*streik mit organisiert habe. Statt davon zu erzählen, wie es gestern gelaufen ist (Fotos gibts auf Instagram), erzähle ich einfach kurz von meiner größten Held*innentat an diesem Tag.
Wir bauten zu unserer Streikmittagspause auf dem Markt auf, als sich ein Mann zu uns stellte und anfing, uns vollzuquatschen. Ich kannte ihn auch noch, denn ich habe ihn in meiner kurzen Zeit bei der Wochenzeitung mal interviewt - da hat er mir 2,5 h seine Lebensgeschichte erzählt, für eine Doppelseite Interview. Mein erster Gedanke war: "Oh-oh, dieser Mann darf NIEMALS ans Mikro", und er fing dann auch direkt an: "Ich bin für meine Frau hier, die nicht kann, ich will euch Frauen bestärken und würde gern ein paar Worte sagen" - und da hab ich einfach so getan, als hätte ich dazu gerade viel zu viel zu tun. (Er hat mich auch nicht erkannt, obwohl das damals ein Videochat war, denn ganz eventuell kreist dieser Mann sehr engmaschig um sich selbst.)
Bei der Streikmittagspause gab’s ein Open Mic, alle waren eingeladen, nach vorn zu kommen und zu sagen, wovon sie GENUG haben. Die ersten fünf Frauen sagten so drei bis fünf Sätze. Danach sang eine Gesangspädagogin mit der Menge ein Lied - und, Plottwist, danach war das Mikro kurz vakant. Tatsächlich tritt also der Mann ans Mikro. Er wolle die Geschichte der starken Frauen seiner Familie erzählen. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade etwas weiter vom Mikro entfernt, ein paar Leuten Hallo sagen, da kam eine Bekannte zu mir: "Hör mal, der redet immer noch über seine Großmutter und ist gerade erst im Jahr 1938 angekommen, aber meine Freundin hier würde gern was über Frauen in der Wissenschaft sagen ..." Ich ging also mit der Frau nach vorn, und der Typ verkündet gerade ins Mikro: "Und liebe Frauen, ich möchte euch sagen, hört auf damit, immer zu sagen: Es tut mir leid!"
Ich nehme das Mikro, sage laut: "Es tut mir leid." [Kunstpause.] "Denn ich nehme dir jetzt das Mikro weg. Hier möchte eine Frau etwas sagen." Dann rief er noch irgendwas von wegen "Ich wollte euch aber noch sagen, go, Frauen, go!!!" ins Mikro (denn woher sollen wir wissen, dass wir loslegen können, wenn wir nicht sein GO haben??) und ward danach nie wieder gesehen.
Aber ernsthaft .... wie muss man eigentlich drauf sein, um zu denken, es stünde einem überall dieser Raum zu??? Ich BEGREIFE das nicht. Alle Frauen sagen drei Sätze, und dann taucht doch immer noch ein Mann auf, der sich denkt: "Ach, ich bin so ein guter Ally, ich helfe diesen Damen jetzt mal mit einem laberigen Wortbeitrag aus."
Ich habe jedenfalls GENUG von cis Männern, die einfach nicht die Fresse halten, und bitte um Besserung oder Mikrofonentzug.
Vavoriten
Christian empfiehlt:
Unicorn Overlord auf der PS5 hat Old-School-Charme und ist eine Art Mischung aus Heroes of Might and Magic und Final Fantasy VII. Man spielt den einzigen Erben des wahren Königs (ja, ganz innovativ) und muss aus einer Fülle von NPCs eine Rebellenarmee zusammenstellen, um den bösen Herrscher zu stürzen. Wartet auf einen Sale, sonst ist das Spiel zu teuer, aber wenn ihr einen erwischt, bietet es gute Unterhaltung, interessante Schlachten und Charaktere. Außerdem hat das Spiel einfach einen großartigen Titel. Allerdings wiederholt das Spiel im Anime-Style die Sünden so vieler Titel seines Genres und gerade bei den weiblichen Elfen hätte es sicher nicht geschadet, wenn die Entwickler (nicht ge-gendert) ihnen etwas angezogen hätten, bevor sie sie in die Schlacht ziehen lassen …
Judith empfiehlt:
Wir haben im Grünen Kreisverband zum ersten Mal einen Lesekreis gestartet und online abgestimmt, welches Buch gelesen wird. Die meisten Stimmen erhielt Kim Jiyoung, geboren 1982 von Cho Nam-Joo, Glück für mich, denn das war das Buch, das ich noch nicht kannte. Cho Nam-Joo erzählte in kurzen, schnörkellosen Epsioden das Leben ihrer Protagonistin Jiyoung, die in Seoul ein ganz normales Leben lebt - ein Leben, das so gewöhnlich ist, dass es an allen Ecken und Enden von ganz gewöhnlicher Misogynie geprägt ist. Dabei geschieht im Buch nie etwas Erschreckendes, keine Brutalität, keine Gewalttaten. Jiyoung erlebt den leisen Sexismus, der, bei dem man eine ganze Weile braucht, bis man merkt, dass auch das strukturelle Feindlichkeiten sind. In der Schule, im Studium, in Vereinen, im Berufsleben, in der Familie. Niemand meint es je wirklich böse, aber es ist immer, immer, immer da. “Jiyoung is her own woman. Jiyoung is every woman” steht auf der Rückseite des englischen Buchs, und das ist einfach die kürzestmögliche Beschreibung. Ich hab mir so viel markiert und bin so gespannt auf die Diskussion am Donnerstag!
Ja, wir haben auch die zweite Hälfte der vierten Staffel der soppy “Am Ende heiraten sie”-Regency-Romance Bridgerton sofort gebinged, als sie rauskam, und ich sage extra “wir”, weil Christian der Grund ist, warum wir damals bei Staffel 1 überhaupt mehr als zwei Folgen geschaut haben. Es ist wie immer: Ja, sie kriegen sich, ja, am Ende wird geheiratet, ja, es ist soppy Mann-Frau-Romance (wenn auch diesmal mit einem bisexuellen Mann, der sogar eine echt schöne Coming-Out-Szene vor seiner Angebeteten hat), aber die Serie nimmt seine Figuren einfach gerade ernst genug (auch nicht zu ernst!), dass es immer wieder riesigen Spaß macht, zu den Bridgertons, Lady Danbury, der Königin und all diesen Leuten zurückzukehren und sich an ihren Intrigen, Dialogen und Gesichtsausdrücken zu erfreuen.
INITIATIVE BITTE!
Wir würden glatt sagen, es ist wieder “Schreibt euren Abgeordneten”-Time of the year. Ob Katherina Reiches fossiler Rollback, Wolfram Weimers Abstrafung linker Buchläden oder die Einrichtung von Haftzentren für Asylsuchende, vielleicht habt ihr Zeit und Lust, noch mal vor allen Dingen die SPD-Abgeordneten in dieser Bundesregierung zu fragen, was sie eigentlich den ganzen Tag so machen. Und auch Briefe an CDUler*innen schaden natürlich nicht.
Danke fürs Abonnieren und Lesen!
Christian, Judith und Lena